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Schach lernen

Kurze Texte für alle, die beginnen — und für Eltern, die ihrem Kind über die erste Hürde helfen wollen.

Schach­weltmeisterschaft 2026 in Genf:
Gukesh Dommaraju gegen Javokhir Sindarov

Offizielle Ankündigungsgrafik der FIDE: Gukesh Dommaraju und Javokhir Sindarov, dazwischen der Schriftzug «2026 FIDE World Championship Match, Geneva, Switzerland»
Grafik: © FIDE

Im November und Dezember 2026 spielen Gukesh Dommaraju und Javokhir Sindarov in Genf um den Schachweltmeistertitel. Hier das Wichtigste für alle, die neu im Schach sind.

Wer sind die beiden?

Gukesh Dommaraju kommt aus Chennai in Indien und ist am 29. Mai 2006 geboren. Mit 12 Jahren wurde er Grossmeister, als einer der jüngsten der Geschichte. Sein Vater, ein HNO-Arzt, gab 2017 seinen Beruf auf, um ihn im Schach zu unterstützen. Im Dezember 2024 gewann Gukesh in Singapur die Weltmeisterschaft gegen Ding Liren aus China mit 7,5 zu 6,5 Punkten. Mit 18 Jahren war er damit der jüngste unbestrittene Weltmeister aller Zeiten.

Javokhir Sindarov stammt aus Taschkent in Usbekistan und ist am 8. Dezember 2005 geboren. Auch er wurde mit 12 Jahren Grossmeister. 2022 gewann er mit der usbekischen Mannschaft Gold an der Schacholympiade.

Wie qualifiziert man sich für eine WM?

Der Weltmeister muss sich nicht qualifizieren, er verteidigt seinen Titel. Den Herausforderer bestimmt das Kandidatenturnier: Acht Spieler treten an, jeder spielt zweimal gegen jeden. Wer gewinnt, darf gegen den Weltmeister spielen.

Sindarov gewann 2025 zuerst den Weltcup der FIDE, als jüngster Sieger überhaupt. Damit war er fürs Kandidatenturnier qualifiziert. Dieses fand im Frühling 2026 auf Zypern statt. Sindarov holte 10 Punkte aus 14 Partien, anderthalb Punkte mehr als der Zweite Anish Giri, und stand schon eine Runde vor Schluss als Sieger fest. Unter den acht Teilnehmern war mit Matthias Blübaum auch ein Deutscher.

So läuft der Kampf ab

Gespielt werden höchstens 14 Partien. Ein Sieg gibt einen Punkt, ein Remis einen halben. Wer zuerst 7,5 Punkte hat, ist Weltmeister.

Die Bedenkzeit ist lang: 120 Minuten für die ersten 40 Züge, danach 30 Minuten für den Rest der Partie, und ab dem 41. Zug kommen pro Zug 30 Sekunden dazu. Eine einzige Partie kann so fünf Stunden und länger dauern.

Steht es nach 14 Partien 7 zu 7, fällt die Entscheidung am 12. Dezember mit schnelleren Partien: zuerst Schnellschach, dann Blitz.

Die erste Partie ist am 24. November, die letzte reguläre am 11. Dezember. Gespielt wird in der Fondation Martin Bodmer in Cologny bei Genf. Das Preisgeld beträgt 2,5 Millionen US-Dollar. Die Daten auf der Ankündigungsgrafik stammen aus der ersten Ankündigung, massgebend ist der später veröffentlichte Spielplan.

Wer hat die besseren Chancen?

Auf dem Papier Sindarov. Auf der Weltrangliste vom September 2026 steht er mit einer Elo-Zahl von 2778 auf Platz 4. Gukesh liegt mit 2703 auf Platz 32.

Kurz erklärt: Die Elo-Zahl misst die Spielstärke anhand der Resultate. Je grösser der Abstand, desto klarer der Favorit. Bei 75 Punkten Unterschied holt der Stärkere im Schnitt rund 60 Prozent der Punkte. Gukesh hat 2026 mehrere schwache Turniere gespielt, und auch die Wettanbieter sehen Sindarov vorne.

Trotzdem ist nichts entschieden. Ein WM-Kampf ist kein normales Turnier. Beide bereiten sich monatelang auf einen einzigen Gegner vor, und über drei Wochen zählen Nerven und Tagesform so viel wie die Elo-Zahl. Gukesh hat einen solchen Kampf schon einmal gewonnen. Für Sindarov ist es der erste.

Warum diese WM besonders ist

Beide Spieler sind 20 Jahre alt. Sindarov wird während des Matches 21. Es ist der jüngste WM-Kampf der Geschichte.

Zum ersten Mal seit 2004 findet eine Schachweltmeisterschaft wieder in der Schweiz statt. Damals spielten in Brissago im Tessin Wladimir Kramnik und Péter Lékó. Der Kampf endete 7 zu 7, und Kramnik blieb Weltmeister, weil damals bei Gleichstand der Titelverteidiger gewann. Ein Stechen wie heute gab es nicht.

Was du als Anfänger davon hast

Du musst nicht jeden Zug verstehen, um mitzufiebern. Grosse Partien werden im Internet live übertragen und von starken Spielern kommentiert. Achte zu Beginn auf die Eröffnung: Beide ziehen ihre ersten Züge schnell, weil sie sie zu Hause vorbereitet haben. Später lohnt sich ein Blick auf die Uhr. Wer wenig Zeit hat, macht eher Fehler, auch als Weltmeister.

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